{"id":7616,"date":"2024-02-07T07:23:29","date_gmt":"2024-02-07T06:23:29","guid":{"rendered":"https:\/\/berufsschule-der-handwerkskammer-luebeck.de\/?p=7616"},"modified":"2024-02-07T07:23:29","modified_gmt":"2024-02-07T06:23:29","slug":"dialog-im-dunkeln-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berufsschule-der-handwerkskammer-luebeck.de\/index.php\/2024\/02\/07\/dialog-im-dunkeln-in-hamburg\/","title":{"rendered":"Dialog im Dunkeln in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>Im Mai 2023 haben wir, die Klasse Ao 22.3, mit unserer Klassenlehrerin Frau de Greef eine Exkursion zu \u201eDialog im Dunkeln\u201c gemacht. Dort wird der Alltag blinder Menschen f\u00fcr Sehende erlebbar gemacht.<br \/>\nBevor es \u00fcberhaupt ins Dunkle ging, wurden wir vorsichtig an das Thema herangef\u00fchrt. Im Dialoghaus gab es das ein oder andere Spiel, das uns schon klargemacht hat &#8211; es ist schwerer als erwartet. Von unserem Begleiter eingesammelt kam erst einmal die Frage, wer gr\u00f6\u00dfer w\u00e4re als er selbst, eine zun\u00e4chst irritierende Gr\u00f6\u00dfenangabe.<br \/>\nNachdem klar war, dass es um die Verteilung der Blindenst\u00f6cke ging, ging es auch schon los. Je mehr das Licht schwand, umso unsicherer wurden unsere Schritte. Die einzige Orientierung bot ein Gel\u00e4nder an der Wand links von uns. Angekommen im ersten Raum, einem Park, stolperten wir direkt \u00fcber den ersten H\u00fcgel, hatten Sorge, uns in dem Bach dahinter wiederzufinden und staksten dann unsicher \u00fcber eine wackelige H\u00e4ngebr\u00fccke. Das Gartentor, welches der n\u00e4chste Wegpunkt sein sollte, haben wir bis heute nicht gefunden, daf\u00fcr aber den ein oder anderen Baum.<br \/>\nDer zweite Raum hatte ganz neue T\u00fccken, standen wir doch in einer gut m\u00f6blierten Wohnk\u00fcche. Der ein oder andere fand das Sofa mit dem Knie, den Tisch und die St\u00fchle mit allem anderen. Dort fiel uns dann auch auf, dass unser Begleiter trotz absoluter Dunkelheit erschreckend klar erkennen konnte, wer von uns sich gerade neben ihm befunden hat, ohne uns auch nur zu ber\u00fchren.<br \/>\nAls das auch geschafft war, erwartete uns ein Raum voller akustischer Reiz\u00fcberflutung, wir standen an einer Ampel mit Blindensignal. \u00dcberall hupte es, es war laut und windig. Einen Leitstreifen gab es nicht, daf\u00fcr parkende Autos, Kisten und Briefk\u00e4sten auf Kopfh\u00f6he oder auch mitten auf dem Gehweg.<br \/>\nDer letzte Raum war eine Bar. Dort dufte man, nat\u00fcrlich in absoluter Dunkelheit, wie an einem Kiosk Getr\u00e4nke oder Naschi kaufen und sich im Anschluss an einen Tisch setzen, um unserem Begleiter noch Fragen zu stellen. Dort haben wir erfahren, dass er an einer unheilbaren Augenkrankheit leidet, Retinopathia pigmentosa, bei der Rezeptoren in der Netzhaut zerst\u00f6rt werden und dadurch die Sehf\u00e4higkeit immer weiter nachl\u00e4sst.<br \/>\nDurch die n\u00e4chste T\u00fcr kam man schlie\u00dflich in einen Raum mit D\u00e4mmerlicht, das nach einer Stunde in absoluter Dunkelheit trotzdem unangenehm hell war, bevor wir dann wieder in den Vorraum kamen und uns dort dann \u00fcber das Erlebte austauschen konnten.<br \/>\nWir sind zu dem Schluss gekommen, dass es absolut empfehlenswert war, gerade als angehende Augenoptiker, die Welt aus der Perspektive sehbehinderter bzw. blinder Menschen wahrzunehmen.<br \/>\nKlasse Ao 22.3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Mai 2023 haben wir, die Klasse Ao 22.3, mit unserer Klassenlehrerin Frau de Greef eine Exkursion zu \u201eDialog im Dunkeln\u201c gemacht. Dort wird der Alltag blinder Menschen f\u00fcr Sehende erlebbar gemacht. 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