{"id":154,"date":"2016-03-09T11:13:50","date_gmt":"2016-03-09T10:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/berufsschule-der-handwerkskammer-luebeck.de\/?p=154"},"modified":"2016-11-11T11:35:13","modified_gmt":"2016-11-11T10:35:13","slug":"projektreise-ins-wikingermuseum-schleswig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berufsschule-der-handwerkskammer-luebeck.de\/index.php\/2016\/03\/09\/projektreise-ins-wikingermuseum-schleswig\/","title":{"rendered":"Projektreise ins Wikingermuseum Schleswig"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8220;section&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<h2>Bericht der Klasse Bo 13.4 \u00fcber eine Projektreise im September 2014 ins Wikingermuseum nach Haithabu<\/h2>\n<p>Wir, allesamt auszubildende Bootsbauer und Sch\u00fcler der Landesberufsschule f\u00fcr Bootsbauer in L\u00fcbeck-Travem\u00fcnde, trafen am Sonntagnachmittag am Gruppenhaus Kl\u00f6ndeel in Loopstedt ein. Loopstedt ist ein winzig kleines Dorf in der N\u00e4he von Schleswig, ganz im Norden von Deutschland. Nachdem die Zimmer bezogen waren, machte sich unsere Gruppe direkt auf den Weg in Richtung Haithabu, genauer gesagt zur Rekonstruktion der alten Wikingersiedlung Haithabu. Diese befindet sich von unserer Herberge aus gesehen genau am gegen\u00fcberliegenden Ufer des Haddebyer Noors, uns standen also gute 3km zu Fu\u00df bevor.<br \/>\nIm Dorf angekommen war nat\u00fcrlich unser erstes Ziel der Bootsbauplatz. Dort entsteht bereits seit April 2014 der Nachbau eines Wikingerbootes vom Typ Tendering. Dieser Bootstyp ist rund 10m lang, 2m breit und kann sowohl gerudert als auch mit einem Rahsegel gesegelt werden. Zur Zeit unseres Besuches waren die Arbeiten am Rumpf schon weit fortgeschritten, es fehlte noch der oberste Plankengang, einige Spanten und kleinere Teile wie beispielsweise die Keipen als Widerlager f\u00fcr die Riemen zum Rudern. Das Besondere beim Bau dieses Bootes ist, dass nicht nach Rissen gearbeitet wird und dass nur Arbeitsmethoden verwendet werden, \u00fcber welche auch die Wikinger schon verf\u00fcgten. In einer kurzen Einf\u00fchrung machte uns der Bootsbaumeister Kai Zausch mit dem Boot und auch einigen der Handwerkszeuge vertraut. F\u00fcr uns bisher weitgehend unbekannt waren Werkzeuge wie der Dechsel und das Breitbeil. Was man nicht unbedingt vermutet, ist, dass auch die Wikinger bereits \u00fcber Hobel verf\u00fcgten. Im Gegensatz zur heutigen Holzbearbeitung haben sie ihr Holz nicht ges\u00e4gt sondern nur gespalten. Dabei suchten sich die Wikinger jeweils B\u00e4ume mit einem Wuchs, der zu den ben\u00f6tigten Teilen passt und spalteten das Holz dann auf die passenden Ma\u00dfe. So entstehen sehr feste und relativ leichte Teile.<br \/>\nDoch bevor wir zu tief in die Theorie einstiegen, gab es erst einmal weitere organisatorische Dinge zu regeln, n\u00e4mlich die Gruppen- und Arbeitsverteilung sowie die Planung der weiteren Tagesabl\u00e4ufe. Wir teilten uns in Gruppen zu jeweils vier Personen auf, wobei in den Gruppen jeweils ein Riemen oder aber der Mast zu bauen war. Neben der praktischen Arbeit standen aber auch noch andere Punkte an: Es gab \u00fcber die Woche die M\u00f6glichkeit, das nahe gelegene Wikingermuseum in kleinen Gruppen zu besuchen oder aber mit Nachbauten von Wikingerbooten zu rudern. Diese Boote zu segeln war leider aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich.<br \/>\nMittlerweile war es schon fr\u00fcher Abend und wir machten uns auf den R\u00fcckweg nach Loopstedt. Dieses Mal gingen wir s\u00fcdlich um das Noor herum. Der Weg war nicht nur sch\u00f6ner sondern auch nasser: Das Haddebyer Noor hat windbedingt einen nicht unerheblichen Tidenhub, so dass der Weg ein gutes St\u00fcck lang unter Wasser stand. Also Schuhe aus, Hose hoch und durch.<br \/>\nWieder im Gruppenhaus angekommen wurde dann Essen gekocht. Auch hier hatten wir uns gruppenweise organisiert und kochten in Eigenregie. Dabei entstanden in der Woche sehr leckere Mahlzeiten und wir waren selbst \u00fcberrascht, wie reibungslos das immer funktionierte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery admin_label=&#8220;Galerie&#8220; gallery_ids=&#8220;155,156,157,158,159,160,161,162,163,164&#8243; fullwidth=&#8220;off&#8220; show_title_and_caption=&#8220;on&#8220; show_pagination=&#8220;on&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; auto=&#8220;off&#8220; hover_overlay_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.9)&#8220; caption_all_caps=&#8220;off&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;] [\/et_pb_gallery][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<p>Der Tagesablauf in den kommenden Tagen war jeweils \u00e4hnlich und doch immer wieder anders. Eine Konstante war jedenfalls das ununterbrochen erstklassige Wetter. Das war auch gut so, denn die meiste Zeit waren wir nat\u00fcrlich damit besch\u00e4ftigt, an unseren Teilen des Wikingerbootes zu arbeiten, von morgens bis abends drau\u00dfen an der frischen Luft. Eine sehr interessante Erfahrung war, dass wir dabei sehr viel Augenma\u00df einsetzen mussten, was \u00fcberraschend gut funktionierte. Alle Gruppen stellten bei ihren jeweiligen Projekten ein Rundholz her. Dazu wurden die noch unbearbeiteten St\u00e4mme zun\u00e4chst mit Breitbeil und Dechsel, anschlie\u00dfend mit Hobeln grob bearbeitet um einen gleichm\u00e4\u00dfigen, quadratischen Querschnitt zu erhalten. Die Gleichm\u00e4\u00dfigkeit \u00fcberpr\u00fcften wir jeweils mit einer (nat\u00fcrlich selbst gefertigten) Lehre. Mit einer sogenannten Kuh wurden nun je zwei Linien auf den Fl\u00e4chen angerissen, wobei der Abstand einer Linie zur Kante mit dem Abstand der Linien untereinander im Verh\u00e4ltnis 3 zu 4 steht. Mit diesen Linien als Orientierung konnte aus dem quadratischen Querschnitt nun ein achteckiger Querschnitt herausgearbeitet werden. Dieser wurde weiter zu einem 16-eckigen Querschnitt bearbeitet welcher dann im letzten Schritt rund gehobelt wurde. Bei den Riemen musste zus\u00e4tzlich noch das Ruderblatt ausgearbeitet werden sowie eine Verj\u00fcngung als Griff. Was sich bei der Erkl\u00e4rung noch anh\u00f6rte als w\u00e4re es recht schnell erledigt entpuppte sich in der Praxis als eine gute Portion Handarbeit, wir waren damit wirklich die ganze Woche besch\u00e4ftigt und wurden p\u00fcnktlich am Donnerstag Abend fertig.<br \/>\nEtwas erholen konnte man sich daf\u00fcr etwas beim Besuch des Wikingermuseums. Hier gab es verschiedene Ausstellungsbereiche zum Alltag, Handwerk, Politik und Religion der Wikinger sowie zu ihren weitreichenden Handelsbeziehungen und nat\u00fcrlich auch zu ihren Booten und Schiffen und dem Dorf Haithabu. Ein H\u00f6hepunkt f\u00fcr uns angehende Bootsbauer waren die \u00dcberreste eines Wikinger-Kriegsschiffes, welches im Hafen von Haithabu gesunken war und durch das Haddebyer Noor konserviert wurde, bis Arch\u00e4ologen es bergen konnten. Aber auch davon abgesehen gab es viele interessante und teilweise auch \u00fcberraschende Details \u00fcber das Leben der Wikinger zu erfahren. Wer h\u00e4tte gedacht, dass Wikinger bereits \u00fcber Dinge wie Vorh\u00e4ngeschl\u00f6sser und Klappmesser verf\u00fcgten?<br \/>\nIn Kleingruppen konnten wir auch noch Erprobungsfahrten mit Nachbauten kleiner Wikingerboote durchf\u00fchren. Schnell stellte sich dabei heraus, dass der Abstand der Keipen zueinander zu gering war, denn der Vordermann stie\u00df dem anderen laufend mit seinen Riemen in den R\u00fccken. Davon abgesehen fiel auf, dass die Boote unerwartet leicht waren und sehr stabil im Wasser lagen. Kenterungen gab es keine. Am Donnerstag konnten wir mit Benni, einem der ebenfalls am Wikingerboot arbeitenden Bootsbauer-Wandergesellen, dann noch eine Runde segeln. Er hatte sein eigenes, selbstgebautes historisches Segelboot, ebenfalls in Klinkerbauweise, allerdings mit Sprietsegel und Fock getakelt, im Museumshafen liegen.<br \/>\nEin ganz besonderer Tagesh\u00f6hepunkt war immer das Mittagessen, das wir jeweils im Wikingerdorf \u00fcber einem Lagerfeuer zubereitet haben. Von Grillwurst bis zur selbst gemachten Gem\u00fcsesuppe gab es f\u00fcr jeden Geschmack etwas. Wer von Bewegung und frischer Luft noch nicht genug hatte, der hatte die M\u00f6glichkeit den morgendlichen und abendlichen Weg zum und vom Wikingerdorf nicht zu Fu\u00df, sondern \u00fcber das Wasser zu bew\u00e4ltigen. Dabei konnten wir auf zwei Kanadiern aus dem Gruppenhaus Kl\u00f6ndeel zur\u00fcckgreifen, die in einer Art Shuttleservice \u00fcber das Noor pendelten, bis alle am jeweils anderen Ufer angelangt waren. Abends hatten wir au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit gem\u00fctlich an einem Lagerfeuer zusammen zu sitzen.<br \/>\nAm Freitag war unser Abreisetag. Nach dem Auszug aus der Unterkunft fuhren wir noch alle gemeinsam zum Schloss Gottorf, um uns dort das Nydam-Schiff anzusehen, ein nahezu perfekt erhaltenes, fast 23m langes Ruderschiff aus der Zeit der Germanen. Dazu gab es eine sehr ausf\u00fchrliche Ausstellung zur Bauweise der damaligen Schiffe und Boote, wobei uns der Bootsbaumeister Kai Zausch eine detailreiche F\u00fchrung geben konnte. Wir waren alle schwer beeindruckt von der Gr\u00f6\u00dfe des Schiffes und von dem K\u00f6nnen seiner Erbauer, ein guter Abschluss f\u00fcr eine sehr interessante und lehrreiche Woche.<br \/>\nDie Schleswiger Nachrichten haben \u00fcber unsere Projektreise geschrieben in der Ausgabe vom 19. September 2014<\/p>\n<p>Sebastian Scholz, Bo 13.4<br \/>\np.s.: Bald nach der Projektreise wurde das Boot am 3. November 2014 getauft und dem nassen Element \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht der Klasse Bo 13.4 \u00fcber eine Projektreise im September 2014 ins Wikingermuseum nach Haithabu Wir, allesamt auszubildende Bootsbauer und Sch\u00fcler der Landesberufsschule f\u00fcr Bootsbauer in L\u00fcbeck-Travem\u00fcnde, trafen am Sonntagnachmittag am Gruppenhaus Kl\u00f6ndeel in Loopstedt ein. Loopstedt ist ein winzig kleines Dorf in der N\u00e4he von Schleswig, ganz im Norden von Deutschland. 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